Samstag, 1. August 2015

Urlaub auf dem Balkon

Heute, am ersten Augustwochenende werde ich Urlaub auf dem Balkon machen.
Meistens bin ich keine "Süße" - ich liebe Oliven und gutes Bauernbrot.
Aber dieser Schokoladekuchen... an dem werde ich nicht vorbeikommen.


Er war schon der Hit beim letzten Seminar Frauensalon. Die Teilnehmerinnen baten mich, das Rezept auf meinen Blogg zu stellen - Voila´ hier ist es:

Der Schokoladenkuchen
Die Menge reicht für einen Kuchen von etwa 20 cm Durchmesser. Wir nehmen lieber eine Muffinform und machen daraus 12 kleine Kuchen wie auf dem Bild. Der Geschmack steht und fällt mit den Zutaten. Mit etwas gutem Vanilleeis und Schlagsahne wird daraus eine Versuchung, der man nur schwer widerstehen kann… solange man nicht die Kalorien zählt.
Zutaten:
200 g Schokolade (Tipp: Vivani Trinkschokolade pur)
125 g Butter geschmolzen
125 g Zucker (Tipp: Puderzucker aus Rohrzucker)
5 Eier Bioqualität getrennt
1 Teel. Backpulver
200 g Mandeln geschält, fein gerieben
1 Prise Salz, Messerspitze Kardamom, 10 – 15 Tropfen ätherisches Orangenöl
Zubereitung:
1.      Backofen auf 180 °C vorheizen
2.      Schokolade im Wasserbad langsam schmelzen – Trinkschokolade schmilzt am schnellsten.
3.      Butter und Zucker schaumig schlagen, Eidotter, Gewürze und Backpulver unterrühren.
4.      Flüssige Schokolade und Mandeln zugeben, gut verrühren.
5.      Eischnee unterheben und vorsichtig zu gleichmäßigem Teig rühren.
6.      Teig in die Form geben und etwa 15 -20 Minuten backen.
7.      In der Form auskühlen lassen.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Randnotiz: Hügel der Steineichen

Urlaub ist eine Geisteshaltung und ich finde, man sollte sich nicht allzu sehr mit Tatsachen oder sonstigen Details aufhalten. Es geht nicht darum zu wissen und zu verstehen sondern darum, die Seele baumeln zu lassen. Deshalb lese ich in der Regel keine Reisführer, jedenfalls nicht vorher. Manchmal macht mich das Eine oder Andere neugierig und dann, ja dann, lese ich etwas darüber.

Nehmen wir mal Montalcino. Eines Tages – es ist Pfingstsonntag - wollen wir morgens zu diesem Bilderbuchort. Auf dem Weg liegt die Abtei Sant´ Antimo, ein Kloster, welches vor etwa 500 Jahren pleiteging, weil der Abt eine Basilika nach dem Vorbild von Cluny bauen wollte. Was er da vorhatte wird klar, wenn man weiß, dass Cluny mit einer Schifflänge von 187 Metern die größte damals bekannte Kirche war. Die Basilika von Sant´ Antimo steht – jedenfalls soweit wie sie mit dem Vorhaben vor der Pleite gekommen sind - heute noch und ist ein Ort, an dem man die Magie sakraler Bauten spüren kann – wenn man will. Vor einigen Jahren haben sich dort französische Mönche nieder gelassen und sie beleben die Kirche zu ihren Stundengebeten mit gregorianischen Chorälen. Sie sind nur eine Hand voll und manche Stimme ist brüchig, aber ihre Hingabe bringt die alte Kirche zum Schwingen - und auch die paar Menschen, die sich dort einfinden.


In abgehobener Stimmung landen wir in Montalcino, Mons Ilcinus oder Hügel der Steineichen. Leere Gassen, ein paarTouristen, verschlafene Ladenbesitzer mit trüben Augen, nichts los hier, oder? Wo ist die nächste Bar, die einen guten Cappuccino serviert? Gegenüber vom Rathaus, hinter einer Steintreppe halb verborgen, ein kleines Lokal. Große Fenster, alte Möbel. Die Kaffeemaschine, ein Turm aus blank geputzten Kupfer mit Messingapplikationen. In Montalcino haben praktisch alle Ladengeschäfte, egal welcher Sparte, eine Weinabteilung, die Bars sowieso. Der Zusatz „… e Enoteca“ steht gefühlt an jeder Ladentür, selbst wenn Strickwaren angeboten werden.

In unserer kleinen Bar mit kupferner Kaffeemaschine stehen also die Wände voller Weinregale, der Tresen ist mit Süßigkeiten aller Art bedeckt. Es gibt hier nicht einfach Brioche. Es gibt sie mit Marmelade, Schokolade, Reispudding und „vuota“ – will heißen: ohne Inhalt. Lisetta heißt die rundliche Dame hinter dem Tresen und die meisten Kunden begrüßen sie wie ein Familienmitglied. Wir haben den Eindruck hier schauen die ganzen Verwandten vorbei und nutzen die Gelegenheit für Kaffee und etwas Süßes. Manche stehen nur da und unterhalten sich, ohne etwas zu sich zu nehmen.

Wenn man sich locker macht und etwas die Sprache versteht, partizipiert man am Leben. Dann hörst Du ewige Weisheiten wie: „… ich sag Dir, dem Wetter und den Frauen kann man keine Vorschriften machen …“ und kleine Gemeinheiten: „ … wie kommt eine so hässliche Mutter wie Du, zu so einem schönen Mädchen?“ Darauf die Antwort: „Es ist ein Junge!“ Oder man blickt in die Abgründe der zwischenmenschlichen Beziehungen: „  … weißt Du, das war doch damals, als Du mir fast die Wahrheit gesagt hättest?“ Diese Bar ist nicht einfach eine Bar. Sie ist ein soziales Medium aus dem analogen Zeitalter, ein Facebook im Renaissance-Look.

Ein paar Schritte weiter die Straße hinunter, ein kleiner Park, eingezwängt zwischen Häusern und Straßen, ein urbaner Schrebergarten, alte Bäume, penibel gepflegte Rabatten, ein Teich mit Goldfischen, Gartenzwergen und Akkordeonmusik vom Band. Ein älterer Herr, Strohhut, Krawatte, farblich passende Hosenträger, derbe Schuhe. Er harkt die Kieswege, zupft Unkraut, sammelt Laub ein. Wie müssen ratlos gewirkt haben, denn eine ältere Dame klärt uns auf. Dieser Herr dort pflegt diese öffentliche Parkanlage. Einfach so.

Wir schlendern weiter, zwei junge Männer verteilen Flugblätter: es geht um Kommunismus. Wie Kommunismus? Der mit der roten Fahne, Internationale und so? Ja klar sagen sie, was sonst? Sie lassen uns etwas verwirrt stehen, haben schneller als wir begriffen, dass wir nicht Zielgruppe sind.

Kaum ein paar Straßen weiter hören wir anschwellende Blasmusik. Am Ende einer langen Gasse bewegt sich eine Gruppe mit Instrumenten auf uns zu. Sag mal, was spielen die da? Je nun, Pfingstsonntag, der Heilige Geist steigt herab und zwar in Gestalt einer Taube. Genau: „La Paloma“ spielen sie. Wir trauen unseren Ohren nicht, aber es ist wirklich wahr. Und nein, es war keine offizielle Veranstaltung, was klar wird, als Gemeindepolizei, in Gestalt einer fesch uniformierten Dame, auftritt. Die Blasmusiker tun erschrocken, laufen auseinander, in die Arkaden hinein und spielen dabei aus Leibeskräften weiter. So wird das nichts mit dem Verstecken. Dann stehen alle um die Uniformträgerin herum, starten eine Charmeoffensive. Alles löst sich in Wohlgefallen auf, Konfliktlösung mit höherer Eingebung, sozusagen und … Blaskonzert vorbei.


Ja und die vielen Weinhandlungen haben natürlich auch einen Grund. Zurzeit ist die Fachwelt der Meinung, aus dieser Gegend käme der beste Rotwein der Toskana „Brunello di Montalcino“ genannt. Den Preisen nach zu urteilen kann es nicht anders sein.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Bilder sagen mehr als....

Freitag 15. Mai, wir starten in der Morgendämmerung in den ersehnten Urlaub.
Am Zirler Berg: Frühstück im Auto:


Danach geht es weiter, entlang des Gardasees, quer durch die Poebene nach La Spezia: Zwischenstation zum kurzen Verschnaufen, Ausruhen, Stadt besichtigen und Ausflug in die Cinque Terre (leider nicht mehr empfehlenswert - zu viele Menschen auf zu kleinem Raum)



Blick von der kleinen Terasse vor unserem Zimmer auf die Bucht von La Spezia


Eine unserer Lieblingsbeschäftigungen: 
Schöne Cafes besuchen - hier in der Innenstadt von La Spezia

Nach drei Tagen Kurzerholung geht es weiter über Pisa - wir wollen sehen, nicht nur über die Studie lesen...


Das ist viel amüsanter, da geht es nicht um Zahlen, hier kannst Du Damen aller Altersstufen bewundern, die auf den Umzäunungspfosten balancieren und komische Verrenkungen machen, damit DAS Foto entsteht, das tausendfach die Urlaubsfotogalierien ziert: Sie stützt den Turm!

Und dann begrüßt uns die Toskana im Mai: Blütenfülle, dank immer wieder einiger Regenstunden, kühle Nächte, warme Tage...


"Ginsterwasserfälle" entlang der Straßen


Die Cistrose, eine meiner Lieblingsblumen ...


Die Toskana auf verborgenen Seitenwegen...

und jeden Tag Vogelkonzerte, so voll und laut - ich ertappe mich eines frühen Morgens, wie ich Schlaf-trunken versuche den Tageslichtwecker mit Kuckucksruf abzustellen. Natürlich war der Wecker zuhause - dieser Kuckucksruf war original.

Wir üben uns auch in Historie:


Das im 13. Jahrhundert von einem reichen Edlen aus Siena gegründete Kloster Abbazia di Monte Oliveto Maggiore, berühmt für seinen Kreuzgang mit Fresken aus dem 14.Jahrhundert,

 sowie seiner Bibliothek

Mehr noch beeindruckte uns die Abtei Sant Antimo bei Montalcino, ein im 8. Jahrhundert von Benediktinern gegründetes Kloster.


Pfingstsonntagmorgen in Sant Antimo

Um diese Abtei ist die Landschaft so irreal schön, dass der Eindruck ensteht, in einem Gemälde spazieren zu gehen:


Das nahe gelegene Pienza, auch bei Regen ein toskanisches Bilderbuchstädtchen:



Zurück in die Natur: ein verschlungener Waldpfad in Gipfelnähe des Monte Amiata, ein erloschener Vulkan, höchster Berg der Südtoskana (1738 m)

Die uralten Granitfelsen, sie bilden kleine Familien und mächtige Versammlungen, Wehrmauern und Höhlen und sind Schutz für viele Tiere.
Hier aus diesem Berg entspringen die berühmten heißen Schwefelquellen, die Saturnia oder Bagno die Petriolo zu begehrten Badezielen machen. 
An einem der kühleren Tage besuchen wir

Bagno Vignone,
ein schon zur Zeit der Etrusker bekanntes Termalbad. Sein Marktplatz war im Mittelalter ein mit warmen Termalwasser vom Amiata gefülltes Badebecken. Heute darf dieses nur noch fotografiert werden, geplanscht wird in der "Wellness-Anlage" des nahe gelegenen Hotels:


Der Wasserfall mit gefühlten 50 Grad ist hier leider nicht zu sehen - ich spüre ihn noch immer.

Und dann noch ein Ausflug nach Albarese ans Meer. Der Tag verspricht sonnig und warm zu werden. Unser frühes Aufstehen wird mit einem traumhaft stillen, weiten Strand, fast ganz für uns alleine, belohnt:

Langer Strandspaziergang, baden im Meer und in der Sonne, Picknick in unserer "Strandmuschel", dann ziehen wir uns zurück und überlassen die Naturschönheit drei Bussen mit Schulklassen und vielen anderen Sonnenhungrigen. Auf dem Heimweg grüßt uns noch eine der berühmten weißen Büffelkühe der Maremma - Heimat des Mozarella


Die letzten drei Tage Toskana werden wir in unserem kleinen Ferienhaus bei Seggiano genießen


und den vielen Bildern Zeit geben, sich tief einzugraben und zu einer Kraftquelle werden, die in dunkleren Tagen Leuchtmarker sein wird.

Dienstag, 5. Mai 2015

Randnotiz: Bücher, Horizonte und Serendipität


Man sagt mir nach, ich sei ein Bücherwurm, wer es gut mit mir meint, nennt das „bibliophil“. Klingt weniger anzüglich, sagt aber im Wesentlichen dasselbe. Das ist umso verwunderlicher, weil meine Eltern nicht unbedingt als Bildungsbürger durchgegangen wären. In der Gegend und Zeit, aus der sie stammten, war nach vier oder fünf Jahren die Schulkarriere in der Regel abgeschlossen. Jedenfalls für die Normalsterblichen und unabhängig davon, was sie tatsächlich an Anlagen mitbrachten. Bücher oder – Gott bewahre - Romane wurden in dieser Zeit dort als Teufelszeug betrachtet. Der Konsens war, dass man durch Bücher auf dumme Gedanken kommen konnte. Oder etwa anfing Fragen zu stellen, sich womöglich Dinge zu wünschen, die nicht für einen bestimmt waren. Es war die Zeit, in welcher der Begriff „Herrschaftswissen“ noch sehr, sehr wörtlich zu nehmen war. Aber meine Eltern waren irgendwie anders. Zum einem packten sie die Koffer und verließen ihre Heimat, zum anderen gab es bei uns immer Zeitungen, Zeitschriften und Bücher im Haushalt. In den Jahren nach dem Krieg war das nicht selbstverständlich, denn Druckerzeugnisse hatten einen weit höheren Stellenwert als heute. Sie waren seltener und sie kosteten richtig Geld. Mag sein, das dies auch durch den Inhalt gerechtfertigt war – jedenfalls geht mir das zuweilen bei der Lektüre heutiger Werke durch den Kopf.

Kaum konnte ich lesen, pflügte ich durch die Leihbüchereien von Pfarrei und Stadt. Ich las was mir in die Finger kam, mit einer Schlagseite hin zu Sachbüchern und Lexika. Geschichten, in denen Technik und Zukunft vorkam, waren auch gut, Jules Verne oder Isaac Asimov zum Beispiel. Später im Beruf war ich oft der einzige, der - aus Gewohnheit - die Bedienungsanleitungen las, was mir zu einem Ruf der Technikaffinität verhalf. Karl May hingegen fand ich schon immer langatmig, vor allen die Stellen wo es um Gott, Moral und die Welt an und für sich geht. Etwas verstört hat mich Haruki Murakami - aber der ist jetzt wirklich ein Thema für sich. Adler, Freud und C.G. Jung fand ich interessant, auch Gustave LeBon, Edward Bernays oder Daniel Kahnemann gehören zu jenen, die mir ein paar Lichter aufsteckten.

Einmal, im Haus einer Psychologin, stand ich beindruckt vor der Bücherwand. Diese war in einem offenen Treppenhaus angebracht und reichte vom Erdgeschoss über das Obergeschoss bis unter das Dach: abertausende Bücher. Das Wassermann-Zeitalter war angebrochen und viele, die sich mit Psychologie befassten, hatten sich auf den Weg in ferne Gedankenwelten gemacht. Manchmal sogar physisch bis nach Indien und Kalifornien. Das Thema war Bewusstseinserweiterung, zuweilen mit etwas zum Einnehmen, manchmal mit aberwitzigen Körperübungen oder warmen Wasser, gerne auch glühende Kohlen und hin und wieder alles zusammen. Da erzählte also die Psychologin, ein indischer Yogalehrer mit beeindruckender Aura hätte eben dort vor dieser Bücherwand gestanden und sie unvermittelt gefragt: „Was suchst Du eigentlich?“

Ich war etwas perplex, denn bis dahin hatte ich das Lesen nicht als Suche nach irgendetwas aufgefasst. Ich las aus Gewohnheit, einfach so, weil ich es konnte. Manchmal weil ich es wissen wollte und manchmal weil es notwendig war. Aber suchen? Dann erlebte ich diesen seltsamen Moment wo ich irgendein persönliches Problem hatte, ich weiß noch nicht einmal mehr, worum es ging. Was mich aber wie ein Hammerschlag traf war, dass ich mich Zeitung lesend wiederfand und mich wunderte, dass in genau dieser Zeitung nichts über mein spezielles Problem stand. In dem Augenblick wurde mir die ganze Absurdität dieses unbewussten Umgangs mit Druckerzeugnissen deutlich. Danach war das Lesen nicht mehr das, was es vorher war, es hatte die Unbekümmertheit verloren.

Heute gibt es eine Flut von Ratgebern. Manchmal bekommt man so richtig Lust, sich das Problem zuzulegen, um aus der angebotenen Lösung Nutzen ziehen zu können. Manche dieser Bücher befassen sich mit praktischen Themen, sagen wir Goldfische züchten. Manche befassen sich mit der Selbstoptimierung, wie wir schlank, schön und reich werden. Manche befassen sich damit, ob die Welt überhaupt existiert, ob es einen Gott gibt und falls ja, was er sich so gedacht hat und wozu uns das verpflichtet. Gerade letztere Bücher haben mitunter erstaunliche Folgen für die Leser und ihre Umwelt. Da erhält das geschriebene bzw. gedruckte Wort die Macht zurück, die es in früheren Zeiten hatte. Es ist mehr als eine Sicht der Dinge, es wird zur absoluten Wahrheit, buchstäblich zum Totschlagargument.

Die andere Geschichte, die mir dazu einfällt ist diese: In Indien werden Elefanten als Arbeitstiere gehalten. Sie sind groß, sie sind stark und so ein kleiner Mensch ist eigentlich kein Gegner. Nach der Arbeit sollen die Elefanten nicht weglaufen, sondern dort bleiben, wo man sie am nächsten Tag wiederfinden möchte. Hohe Mauern und starke Ketten fallen einem zu einem großen und mächtigen Tier ein. Aber so wird das nicht gemacht. Der Elefant wird Zeit seines Lebens mit einer dünnen Schnur an einen kleinen Pflock angeleint. Sobald er den Widerstand an seinem Bein spürt, geht der Elefant nicht weiter. Er denkt, dass er es nicht kann, weil er es als kleiner Elefant nicht konnte. Jetzt ist er ein großes, starkes Tier und bleibt in einem kleinen Kreis um diesen lächerlichen kleinen Pflock herum. Diese dünne Schnur, nichts als eine Gewohnheit, definiert seinen Horizont.

Was suche ich denn jetzt in Büchern? Zum einen lese ich nicht mehr alles was mir in die Finger kommt. Zum anderen lege ich diese Tage schon mal ein Buch weg, ohne es ganz gelesen zu haben. Manche Bücher erweitern den Horizont. In manchen findet man Nützliches, was man nicht gesucht hat – es gibt sogar ein Wort dafür, auch wenn es der Duden nicht kennt: Serendipität. Diese Bücher sind das Gegenteil von jener Schnur mit dem kleinen Pflock. Aber ich bleibe wachsam. Damit nicht irgendwelche Elefantentreiber ihren Horizont doch noch zu meinem machen. 
-Donato Casagrande-

Freitag, 10. April 2015

Alexander von Bernus zum 50. Todestag (6. März 2015)


Als ich vor mehr als zwanzig Jahren zum ersten Mal mit den Heilmitteln des Alexander von Bernus in Berührung kam, konnte ich nicht ahnen, wie sehr dieser Freigeist meinen Weg als Heilpraktikerin prägen würde.

Kommende Woche werde ich wieder einen Vortrag zur Spagyrik nach von Bernus halten, hier in München. Seminare, Vorträge, Fachartikel, zwei Bücher - diese Heilmittel sind in meiner Arbeit immer gegenwärtig. Warum? Ich habe an mir selbst, in meiner Familie und nicht zuletzt in meiner Praxis immer wieder gute Erfahrungen sammeln dürfen.

Und so kam mir in der Vorbereitungszeit zu den Intensiv-Seminaren 2015 die Frage: "Wie kommt es, dass Heilmittel, die in einer Zeit entwickelt wurden (1910 - 1920), in der Menschen deutlich anderen Herausforderungen ausgesetzt waren als heute, wie kommt es, dass diese Heilmittel auch dem heutigen Menschen mit seiner "modernen" Problematik, so gute Helfer sind?

Ich denke, es ist die Perspektive, die in den alten traditionellen Heilmethoden eingenommen wird, die Sichtweise den Menschen als Ganzes zu erfassen - in seinem Heilsein und/oder in seinem Un-Heilsein. Es ist der berühmte eine Schritt, der es ermöglicht, aus dem Geschehen heraus zu treten, den Überblick zu wahren, jenseits von Zeit und Raum.

Alexander von Bernus gelang dies zum einen bei der Entwicklung seiner spagyrischen Heilmittel. Es gelang ihm im Besonderen aber in seiner Dichtkunst. 

Daher lade ich all jene von Euch ein, die sich für ein paar Minuten außerhalb von Zeit und Raum begeben wollen, das Gedicht: "Gold um Mitternach" zu lesen. Das Gedicht und eine Interpretation von Donato findet sich hier: Gold um Mitternacht




Donnerstag, 2. April 2015

Osterwasser

Vor vielen Jahren gab mir eine alte Kräuterfrau einen alten Osterbrauch mit auf den Weg:
Das Osterwasser sammeln.

Dieses Wasser hält sich das ganze Jahr über frisch und ist hervorragend geeignet für Augenkompressen, Einnehmen von Heilmitteln, Ansetzen von Bachblüten und, und, und...

Was musst Du tun? Am Ostermorgen vor Sonnenaufgang aufstehen, die tägliche Morgenhygiene durchführen, frische Kleidung anziehen und während der ganzen Zeit SCHWEIGEND zu einer Dir bekannten Quelle fahren, radeln, gehen - je nach dem.
Du hast für die Quelle ein Geschenk dabei, z.B. selbst gepflückte Frühlingsblumen, ein bemaltes Osterei, einen schönen Stein - ganz wie es Dir entspricht und legst diese Gabe in der Nähe der Quelle ab. Dann füllst Du Deine mitgebrachten Flaschen mit dem Ostermorgenwasser. Zuletzt dankst Du der Quelle in der Dir eigenen Weise. Du kannst für sie singen, tanzen, ein Gedicht rezitieren... Deinen ganz persönlichen Dank geben.
Und dann geht es nach Hause zum Osterfrühstück!


Vielleicht kennst Du eine Quelle und liest diesen Post noch vor dem Ostermorgen. Dann viel Freude mit dem Osterwasser-Holen. Ansonsten gehe eine geeignete Quelle suchen und hebe Dir diesen Brauch für Ostern 2016 auf.
Ich wünsche Dir und Deinen Lieben erholsame Feiertage!

Donnerstag, 5. März 2015

Seminare im März

Frühlingserwachen - 
hast Du Lust zu mir in die Praxis zu kommen und für Dich und Deine Arbeit mit (kranken) Menschen Erfahrungen mitzunehmen, die ich in 30jähriger, heilpraktischer Tätigkeit sammelte?
PUT 1 und PUT 2 habe ich die beiden Tage genannt und sie finden am 20. und 21 März statt. PUT steht für Psychosomatische Umstimmungstherapie und ist keine neue Therapieform.


Die Ziele aus den beiden Tagen:
PUT 1 befasst sich mit vor allem mit der Einzigartigkeit und den Bedürfnissen des Therapeuten/der Therapeutin im Arbeitsalltag. Zusätzlich wird an Hand von vier verschiedenen Heilmittelsystemen beispielhaft erläutert, wie für jeden Patienten ein individueller und ganzheitlicher Behandlungsplan aufgestellt werden kann.

PUT 2 gilt dem Erkennen der Einzigartigkeit und den daraus resultierenden Bedürfnissen unseres Patienten. Mit Hilfe eines einfachen Schemas wird Dir gezeigt, wie Du  anhand der äußeren Erscheinung, der individuellen Ausdrucksweise und der emotionalen Muster, die Eigenart des Patienten erkennen und ananlog verschiedenen Heilsystemen zuordnen kannst.

Bei Interesse, kannst Du auf meiner Internetseite: www.christina-casagrande.de unter dem link "Veranstaltungen" weitere Informationen dazu lesen und einen Flyer als PDF-Datei herunterladen.

Ich wünsche Dir schöne Vorfrühlingstage und freue mich auf Dein Kommen.