Donnerstag, 26. Februar 2015

Lesetipps

Der Frühling klopft an, die Schneeglöckchen drängen ans Licht. Also, raus und Frühlingsluft tanken.


Solltest Du jedoch zu jenen gehören, die sich eine Grippe eingefangen haben oder ihrem Job nachgehen, auf Prüfungen büffeln oder aus sonstigen Gründen die Sonne nur durchs Fenster sehen, hier meine persönliche Bestsellerliste zum entspannten Schmökern - meine sogenannten Top Drei im Februar:

Saint Germains Vermächtnis - Ein westlich-Abendländischer Einweihungsweg (Autorin Myra)
Ich startete in dieses Buch mit innerlichem Vorbehalt, der sich mit jeder Seite mehr und mehr auflöste. Die klare, schnörkellose Sprache hilft, eigene Antworten auf Fragen der persönlichen, spirituellen Suche zu finden.

Still - Die Kraft der Introvertierten (Autorin Susan Cain)
Ein wunderbares Buch für all jene, die sich nicht um einen Platz in der ersten Reihe reißen, die Gewissensbisse haben, weil ihnen große Parties nicht sonderlich liegen, die einen ausgedehnten Waldspaziergang einem großen Openair Konzert vorziehen...
Für all jene, die glauben, dass sie nicht ganz in Ordnung sind, weil sie erst denken und dann reden.

Heilung im Licht (Autorin Anita Moorjani)
Ein so tröstliches Buch für Kranke und Therapeuten, für uns alle, die wir Angst haben, unseren ganz persönlichen Weg zu gehen, bis zum Ende - und über dieses hinaus....


Mittwoch, 18. Februar 2015

Bärenstark

Spätestens Aschermittwoch erinnere ich mich immer an diese, angeblich wahre, Geschichte:

Wenn der Winter zur Neige geht, der Schnee gänzlich verschwunden ist und erstes zartes Frühlingsgrün sich zeigt, kommt der Braunbär aus seiner Winterhöhle. 


Die Weibchen haben im Januar dort ihre Jungen geboren und ohne Futter bisher gestillt. Die Reserven aus vergangenen Sommer- und Herbsttagen mussten vorhalten, auch für die Männchen. Das Fell schlottert, wo vor vier, fünf Monaten noch pralle Festpolster prunkten.
Sie tasten sich vorsichtig aus dem Bau und suchen - nicht nahrhaftes Futter -, nein, sie zupfen sich zarte Frühlingskräuter wie Brennesselspitzen, Löwenzahnblättchen und wenn es schon gibt, dann auch junge Birkenblättersprossen und Bärlauch. Und diesen Kräutermix fressen Bär und Bärin so lange, bis das "Winterpech", ein fester schwarzer Pfropf, den Enddarm verlässt. Erst dann wird wieder herzhaftere Kost gesucht.


Ich lade Euch ein, dass wir uns dieses "große Medizintier", wie die Ureinwohner Amerikas den Bären bezeichnen, zum Vorbild nehmen und daran erinnern, auch wir tun gut daran "Winterschlacken" abzubauen.

Ein Tee aus Brennessel- Löwenzahn- und Birkenblätter, zu gleichen Teilen gemischt, schmeckt gar nicht schlecht. Wenn es Dir dann auch noch gelingt auf Kaffee, all zuviel Süßigkeiten und Alkohol zu verzichten - dann ist die Frühjahrskur perfekt.
Es muss nicht das strenge Fasten sein, das viele von uns, neben der Arbeit, heutzutage sowieso nur schwer durchhalten können. Diese kleine Unterstützung stimmt den "inneren Alchemisten", unseren Verdauungstrakt, fröhlich und größeres Wohlbefinden nach vier bis sechs Wochen "Fastenzeit" ist der Lohn. 

Sonntag, 1. Februar 2015

Aktivitäten Februar - Der Frauensalon

Am 28. Februar starte ich wieder meine Seminartätigkeit. In diesem Jahr ist es ein sehr weiblicher Beginn - der "Neu renovierte Frauensalon".

Über die vielen Jahre Zusammenarbeit mit Frauen ist mir folgendes aufgefallen:
Frauen sind belastbar,
Frauen sind ungeheuer leidensfähig,
Frauen  können in ihrem turbulenten Alltag die Quadratur des Kreises vollbringen und
Frauen haben oft das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

Es ist meine Vision, jeder einzelnen Frau ihre ganz persönliche, gestalterische Kraft und Schönheit bewusst zu machen. Damit meine ich nicht eine ultimative Gesichtsstraffung, sondern die ihr inne wohnende Harmonie und Schönheit zu erkennen, zu materialisieren und daraus heilende, bodenständige Kraft zu gewinnen.



Es ist meine Überzeugung, dass wir Frauen einen wichtigen Beitrag leisten können, die Welt um uns ein Stückchen heiler und lebenswerter zu machen. Mein Beitrag dazu ist dieses Seminar, das ich den Frauensalon nenne. Hier will ich zusammen mit Frauen die Erfahrungen teilen, die ich über viele Jahre machen durfte, während der naturheilkundlichen Fortbildungen zu meinem Beruf, oder während der zwölf Jahre Lehre und Lehren bei Dhyani Ywahoo, einer Cherokee Indianerin, oder die schamanistischen Erfahrungen der Sufi Tradition und nicht zuletzt all die kostbaren Belehrungen aus dem tibetischen Buddhismus. 


Das liest sich vielleicht etwas bombastisch, ein bunter Mix aus vielen Traditionen dieser Welt. Doch wenn ich heute zurückschaue auf all diese Erfahrungen – was ist geblieben? Eine einfache, kostbare Essenz menschlicher Erfahrung und Weisheit, gemeinsamer Urgrund der unterschiedlichen Kulturen dieser Welt, Wissen, das in jeder und jedem von uns ruht und darauf wartet entdeckt und gelebt zu werden. Diese Essenz will ich jeder einzelnen Frau erfahrbar machen.


Vielleicht haben Sie Lust und Zeit mit mir und anderen Frauen zusammen ein Stück Weg zu gehen - zusammen im Frauensalon.
Bei Interesse finden Sie Näheres unter www.christina-casagrande.de beschrieben (klicken Sie auf Termine und dort auf Frauensalon). 
Wenn Sie Fragen haben, scheuen Sie sich nicht, mich anzurufen oder eine Mail zu schreiben.

Und wenn diese Idee im Augenblick nicht in ihr Leben passt – vielleicht erzählen Sie Ihrer besten Freundin davon. Ich freue mich, all die Erfahrungen, die ich über viele Jahre sammeln durfte, mit anderen Frauen zu teilen.

Sonntag, 25. Januar 2015

Väterchen Frost

Auch wenn in allen Modegeschäften und -märkten spätestens nach Drei König die Frühjahrsmode an der Stange hängt - wir haben Winterzeit und heute Vormittag durften wir einen bezaubernden Winterspaziergang machen.



Ich will Euch heute zwei selbst erprobte Tipps geben, in der noch immer dunklen Zeit gesund zu bleiben und genügend Reserven für die Faschingstage zu haben.

1. Tipp: Die "magische" Gemüsebrühe:
Verwende alles Wurzelgemüse, das Du in guter Qualität, entweder im eigenen Keller gelagert hast, oder beim Bauern selbst, bzw. im Bio-Laden kaufen kannst. Gute Qualität ist deshalb so wichtig, da diese Brühe ein Heilmittel ist und nur dann gute Wirkung erzielen kann, wenn das Gemüse ausgeprägt seinen typischen Geschmack hat und noch alle wichtigen Mineralien und Vitamine enthält.

Ich verwende zum Kochen einen 10 Liter Schnellkochtopf. Diesen fülle ich mit gründlich gewaschenem, ungeschälten, grob geschnittenen Gemüse von:
1 große Fenchelknolle, 2 Karotten, 2 Kartoffeln, 1-2 Pastinaken, 2 Gelbe Rübchen (das Pendant zu den Roten Rüben), 3-4 Stängel vom Stangensellerie, 1/4 Sellerie-Wurzelknolle, 1 Essl. grob gehackten frischen Ingwer und, wenn gerade zur Hand, auch ein paar Blätter grob geschnittenen Mangold oder Winterspinat.
Der Topf ist zu ca 3/4 mit Gemüse gefüllt. Ich gebe stilles Wasser dazu, bis er rand-voll ist und koche die Brühe unter Druck für ca 1/2 Stunde, stelle dann die Wärmezufuhr ab und lasse die Suppe über Nacht kalt werden. Danach wird sie in eine große Schüssel abgeseiht und von dort aus in große Gläser gefüllt, die für ca 10 Tage im Kühlschrank haltbar sind (genau weiß ich dies nicht, da bei uns der Vorrat an Brühe schnell aufgebraucht ist).
Diese Brühe kannst Du entweder mit Tamari-Sauce gewürzt, heiß machen, trinken und diese Zwischenmahlzeit als kleinen inneren Ofen nutzen. Du kannst damit aber auch Suppen und Saucen eine eigene Note geben. Für diejenigen unter Euch, die morgens warme Getreidebreis essen: für die herzhaften Breis ist das Kochen mit diese Brühe ebenfalls ein neues Geschmackserlebnis.
Ach ja, fast vergessen: das ausgekochte Gemüse wird entweder kompostiert oder als Ballaststoff-Träger verwendet. Vitamine und Mineralien sind in der Brühe und vermitteln Dir über diesen leicht verdaulichen Weg die ganze Kraft von Muter Erde.

2.Tipp: "Sonne auf die Fußsohlen"
Für all jene unter Euch, die häufig kalte Füße haben oder leicht an Blasenentzündungen erkranken:
morgens nach dem Duschen Johanniskrautöl auf die Fußsohlen einmassieren - nicht vergessen. Das Johanniskraut ist DIE Sonnenpflanze schlechthin und schenkt uns über diese Fußpflege buchstäblich die Wärme von unten. Es gibt viele gute Hersteller dieses Öls. Ich bevorzuge das Johanniskrautöl von Lunasol.

Ich wünsche Euch gesunde "Restwinter-Tage"!


Mittwoch, 14. Januar 2015

Geschenke

Weihnachten ist längst vorüber - ich weiß. Geschenkideen brauchen wir jedoch das ganze Jahr. Und manches mal schenken wir uns auch selbst etwas - für die Seele.
Zwei Geschenke dieser Art kamen in der Weihnachtszeit zu mir ins Haus "geflattert"und auf diese will ich Euch aufmerksam machen:

1. "Vom größten aller Wunder... Betrachtungen über das Wessobrunner Gebet"
Eine Video-DVD, mit umfangreichem Booklet, musikalisch-meditativ, die auf ganz berührende Art vom ältesten, geistlichen Gedicht in deutscher Sprache berichtet. Wessobrunn, eines der ältesten Klöster und wunderschöne Landschaftsaufnahmen entführen uns in eine stille Welt. Musik, dem frühen Mittelalter und keltischer Tradition nachempfunden, lassen unsere alten Wurzeln erahnen.

Infos hierzu findet ihr unter: www.kieselklang.de

2. Meditationsplatte aus Bambus, 
Eine polygonale Zeichnung, ein Mandala. Die Zahlen des Polygons werden für jeden individuell, über den Nahmen gependelt und dann in Form einer polygonalen Zeichnung auf eine Bambusplatte gefräßt. 
Das warme, schlichte Material und die harmonischen Linien des Mandalas sind für mich beim stillen Betrachten eine große Hilfe, sehr schnell zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit zu kommen.
Wenn ihr interessiert seid, findet ihr ausführliche Erläuterungen hierzu unter:


Unter dem dort aufgeführten Blog findet ihr unter November 2014 sehr schöne Fotos zu oben beschriebenen Platten.

Samstag, 27. Dezember 2014

Alles Gute zu den Feiertagen und den 12 Raunächten


Eine alte Freundin schenkte mir vor Jahren ein selbst gebasteltes Buch zu Weihnachten. Sie hat darin alte Bräuche aus Bayern und Österreich zu "den Zwölfen" gesammelt und aufgeschrieben. Es sind die Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar. In manchen Gegenden werden die Rauhnächte schon ab dem 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnwend gefeiert.
Die dunkelsten Tage des Jahres werden auch heute noch von magischen Gebräuchen umrankt bewusst oder unbewusst. Denken wir nur an all die vielen Lichterketten, Weihnachtsbäume, all die leuchtenden Sterne, Rentiere, Weihnachtsmänner die Häuser und Gärten schmücken.  Die Wiedergeburt des Lichtes, der Fortgang des Lebens, das sich Abgrenzen von dunklen Mächten war und ist ein Grundbedürfnis der Menschen hier in Europa und Nordamerika in dieser besonderen Zeit.

  • 25. Dezember, Christtag
Im Chiemgau bemühten sich die Menschen möglichst drei Messopfern beizuwohnen. Dem Kirchenbesuch folgte ein festliches Mahl mit Schweinsbraten. Ärmere Familien, die selbst kein Schwein schlachten konnten, taten sich zusammen und schlachteten zum gemeinsamen Verzehr eine Kuh.
  • 26. Dezember, Stephans-Tag
Dieser Tag, dem Hl. Stephanus geweiht, galt einst als großer Pferde-Tag mit Pferde-Umritten und Pferde-Weihen, Erinnerung an die Schimmelopfer zur germanischen Julzeit.
  • 27. Dezember, Johann der Evangelist
Früher reichte der Priester am Johannistag am Ende des Gottesdienstes den Kirchenbesuchern einen Kelch mit Wein, dem Johannistrunk. So wie der Giftbecher dem hl. Johannes keinen Schaden brachte, so soll der Johannistrunk, jedem der ihn zu sich nahm, das Jahr über vor schädlichen Einflüssen, bösem Zauber und Blitzschlag schützen.
  • 28.Dezember, Tag der unschuldigen Kinder
Im Bayrischen suchten an diesem Tag die Dorfburschen mit einem Zweig, möglichst von einem immer grünen Baum, allen jungen, weiblichen Wesen, denen sie begegneten, an die Beine zu schlagen. Dies nannte man das "Kindeln". Es ging dabei um einen alten, germanischen Fruchtbarkeitszauber. Man glaubte, die dem Zweig inne wohnende, treibende Kraft auf die Person zu übertragen, die man damit berührte.

  • 29. Dezember, fünfte Rauhnacht, die Nacht der wilden Jagd
Nach alt-germanischem Glauben stürmt in dieser Nacht am Himmel die wilde Jagd durch die Nacht. Angeführt von Wotan, der einen Schimmel reitet, folgt ihm das Heer der Toten, gefolgt von den Unholden und Nachtalben. Wer das "wuide Gjagd" über sich hinwegbrausen fühlt, muss sich auf den Boden werfen, das Gesicht der Erde zugekehrt, die Arme kreuzweise hinter dem Kopf verschränken und die Beine kreuz-artig übereinander schlagen - so kann er/sie sich retten (wovor auch immer).

  • 30. Dezember, sechste Rauhnacht, die Percht geht um
Haus und Hof müssen jetzt aufgeräumt sein. Es dürfen keine Gerätschaften im Freien herumstehen, alles muss unter Dach und Fach sein. Frau Percht, oft als Wotans Frau gedeutet, schaut nach liederlichen Frauen und unguten Kindern. Frauen dürfen an diesem Tag das Haus nicht verlassen. Noch um 1900 hätte ein Mädchen an diesem Tag seinen Liebsten, der zum "Kammerfensterln" kam, das Fenster nicht geöffnet.
  • 31. Dezember, Silvester
Um 1900 war es zwischen Salzach und Inn noch Brauch in der Silvesternacht Brot und Salz für das junge Jahr auf den Tisch zu legen. Oft lag neben dem Brot auch ein Messer, als Aufforderung an die guten Hausgeister zu essen, sich wohl zu fühlen und zu bleiben. Außerdem wurde die Haustüre in dieser Nacht dem alten Jahr zum Fortgehen weit geöffnet.
  • 1. Januar, Neujahr
Im Chiemgau ging es beim Neujahrswünschen darum, dem anderen das neue Jahr abzugewinnen. Es kam bei einer Begegnung darauf an, als erster zu sprechen, dann hatte man das neue Jahr gewonnen. Es gab auch das "Krageln", eine etwas heftiger und fragwürdiger Glückwunsch-Brauch. Der "Glücksbringer" schlicht sich von hinten an, umschloss mit beiden Händen den Hals des Anderen und drückte immer fester zu. "Was gibst mir, wenn ich Dir Glück wünsche?" sagte er dabei...
  • 2. Januar, die neunte Rauhnacht
Jede Tätigkeit, die eine Drehbewegung voraussetzte, war an diesem Tag verboten. Keine Spule, kein Spinnrad durfte sich bewegen, kein Bauer drosch Korn, denn er hätte dabei mit dem Dreschflegel kreisend Schwung holen müssen. Es durfte mit dem Schlitten ausgefahren werden - aber nicht mit dem Wagen.
  • 3. Januar, die zehnte Rauhnacht
Wer sich am heutigen Tag auf einen Tisch setzt, bekommt einen Furunkel.
  • 4. Januar, die elfte Rauhnacht

Mit dem Gebetläuten am Abend musste jede Tätigkeit im Hause ruhen. Kühe durften nicht mehr gemolken werden, da die Milch sonst der Hexe gehört. Kein Kartenspiel durfte angerührt werden. Alles "Unerlöste" war jetzt zur Fahrt auf die Erde losgelassen.

  • 5. Januar, die zwölfte und letzte Rauhnacht
Nur Weihrauchduft oder das Andreaskreuz an der Haustüre konnte in dieser Nacht die bösen Geister, die Hexen, die Unholde abhalten.

In der alte Zeit ruhte in den "Wihe-Nächten", wie die Rauhnächte auch genannt wurden, jede Fehde und es durfte nicht Gericht gehalten werden. Wer an die Tür klopfte, dem wurde geöffnet, denn in diesen Tagen weilten die Himmlischen unter den Irdischen

In allen zwölf Rauhnächten wurde kein Brot gebacken, denn es hätte nicht gesättigt. Niemand wusch in diesen Tagen Wäsche, noch wurde Wäsche über den Zaun gehängt - sonst kam die Percht und holte im kommenden Jahr  jemanden aus der Familie ins Seelenreich.
Diese zwölf Nächte erfüllte die Menschen der alten Zeit mit Angst und zugleich mit Hoffnung: Die Fluren über die das Geisterheer, die wilde Jagd hinweg fuhr, wird im neuen Jahr reiche Ernte bringen...

Und hier meine Lieblingsgeschichte aus keltischer Zeit:
Drei Tage vor der Wintersonnwend, also am 18., 19. und 20 Dezember, fasteten alle Menschen, so geht jedenfalls die Sage. Sie wollten sich leicht machen, damit sich die Erde wieder der Sonne zuwenden kann.
Am 21. Dezember versammelten sie sich vor einer Höhle, von der bekannt war, dass am Mittag die Sonne ihre schwachen Strahlen auf den Höhleneingang fallen lässt. Zu diesem Zeitpunkt tritt eine junge Frau aus der Höhle mit einem Säugling auf dem Arm, dem Urbild für junges Leben.

Und wusstet ihr, dass jetzt in dieser dunklen Zeit, die wilden Früchte des Waldes, wie Eicheln, Haselnüsse, Bucheckern zu keimen beginnen - junges Leben zu pulsen beginnt?

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Jahresabschluss mit Zeit für Waldspaziergänge, Zeit für Seele und Gedanken baumeln lassen, Zeit um Neues und Junges ins eigene Leben einzuladen.

Montag, 1. Dezember 2014

Am Fenster


Herbstgarten – die Blätter des Haselstrauches liegen wie Golddukaten im noch grünen Gras, darunter verborgen viele, viele Haselnüsse. „Unser“ Buntspecht weiß das, besucht uns regelmäßig in den kurzen Herbst- und Wintertagen, um seinen Speiseplan damit zu füllen. Am nahe stehenden Birnbaum hat er im Stamm ein praktisches Astloch gefunden, musste sich nicht selbst bemühen. Hier wird die Nuss eingeklemmt, mit gezielten Schnabelhieben, Geräusche wie ein Schlagbohrer, geknackt. So geht dies Tagein, Tagaus und langsam wächst das Nussschalenhäufchen unterm Baum zu einem kleinen Berg.
Auch heute nutze ich die Zeit zwischen zwei Patienten, stehe am Fenster, beobachte Rotkäppchen, wie ich unseren Specht getauft habe. 
Und da kommt sie. Ein großer schwarzer Schatten, fliegt zielsicher das Fußende des Birnbaumes an, plustert sich zur vollen Größe auf – die Elster. Rotkäppchen fliegt erschrocken in die Baumkrone und von dort aus in den großen Haselstrauch, verbirgt sich unter den letzten, noch dünn belaubten Zweigen.
Elster klettert den Birnbaumstamm hoch – wusste gar nicht, dass Elstern dies können - zielsicher zum Nussknackerloch, stibitzt sich die geknackte Nuss, und verschwindet in Nachbars Garten. Ein kurzes heißeres Keckern: „Und wann knackst Du die nächste Nuss?“ und das kurze Herbst-Schauspiel ist vorbei.

Es läutet – ich öffne dem nächsten Patienten die Türe….