Sonntag, 25. Januar 2015

Väterchen Frost

Auch wenn in allen Modegeschäften und -märkten spätestens nach Drei König die Frühjahrsmode an der Stange hängt - wir haben Winterzeit und heute Vormittag durften wir einen bezaubernden Winterspaziergang machen.



Ich will Euch heute zwei selbst erprobte Tipps geben, in der noch immer dunklen Zeit gesund zu bleiben und genügend Reserven für die Faschingstage zu haben.

1. Tipp: Die "magische" Gemüsebrühe:
Verwende alles Wurzelgemüse, das Du in guter Qualität, entweder im eigenen Keller gelagert hast, oder beim Bauern selbst, bzw. im Bio-Laden kaufen kannst. Gute Qualität ist deshalb so wichtig, da diese Brühe ein Heilmittel ist und nur dann gute Wirkung erzielen kann, wenn das Gemüse ausgeprägt seinen typischen Geschmack hat und noch alle wichtigen Mineralien und Vitamine enthält.

Ich verwende zum Kochen einen 10 Liter Schnellkochtopf. Diesen fülle ich mit gründlich gewaschenem, ungeschälten, grob geschnittenen Gemüse von:
1 große Fenchelknolle, 2 Karotten, 2 Kartoffeln, 1-2 Pastinaken, 2 Gelbe Rübchen (das Pendant zu den Roten Rüben), 3-4 Stängel vom Stangensellerie, 1/4 Sellerie-Wurzelknolle, 1 Essl. grob gehackten frischen Ingwer und, wenn gerade zur Hand, auch ein paar Blätter grob geschnittenen Mangold oder Winterspinat.
Der Topf ist zu ca 3/4 mit Gemüse gefüllt. Ich gebe stilles Wasser dazu, bis er rand-voll ist und koche die Brühe unter Druck für ca 1/2 Stunde, stelle dann die Wärmezufuhr ab und lasse die Suppe über Nacht kalt werden. Danach wird sie in eine große Schüssel abgeseiht und von dort aus in große Gläser gefüllt, die für ca 10 Tage im Kühlschrank haltbar sind (genau weiß ich dies nicht, da bei uns der Vorrat an Brühe schnell aufgebraucht ist).
Diese Brühe kannst Du entweder mit Tamari-Sauce gewürzt, heiß machen, trinken und diese Zwischenmahlzeit als kleinen inneren Ofen nutzen. Du kannst damit aber auch Suppen und Saucen eine eigene Note geben. Für diejenigen unter Euch, die morgens warme Getreidebreis essen: für die herzhaften Breis ist das Kochen mit diese Brühe ebenfalls ein neues Geschmackserlebnis.
Ach ja, fast vergessen: das ausgekochte Gemüse wird entweder kompostiert oder als Ballaststoff-Träger verwendet. Vitamine und Mineralien sind in der Brühe und vermitteln Dir über diesen leicht verdaulichen Weg die ganze Kraft von Muter Erde.

2.Tipp: "Sonne auf die Fußsohlen"
Für all jene unter Euch, die häufig kalte Füße haben oder leicht an Blasenentzündungen erkranken:
morgens nach dem Duschen Johanniskrautöl auf die Fußsohlen einmassieren - nicht vergessen. Das Johanniskraut ist DIE Sonnenpflanze schlechthin und schenkt uns über diese Fußpflege buchstäblich die Wärme von unten. Es gibt viele gute Hersteller dieses Öls. Ich bevorzuge das Johanniskrautöl von Lunasol.

Ich wünsche Euch gesunde "Restwinter-Tage"!


Mittwoch, 14. Januar 2015

Geschenke

Weihnachten ist längst vorüber - ich weiß. Geschenkideen brauchen wir jedoch das ganze Jahr. Und manches mal schenken wir uns auch selbst etwas - für die Seele.
Zwei Geschenke dieser Art kamen in der Weihnachtszeit zu mir ins Haus "geflattert"und auf diese will ich Euch aufmerksam machen:

1. "Vom größten aller Wunder... Betrachtungen über das Wessobrunner Gebet"
Eine Video-DVD, mit umfangreichem Booklet, musikalisch-meditativ, die auf ganz berührende Art vom ältesten, geistlichen Gedicht in deutscher Sprache berichtet. Wessobrunn, eines der ältesten Klöster und wunderschöne Landschaftsaufnahmen entführen uns in eine stille Welt. Musik, dem frühen Mittelalter und keltischer Tradition nachempfunden, lassen unsere alten Wurzeln erahnen.

Infos hierzu findet ihr unter: www.kieselklang.de

2. Meditationsplatte aus Bambus, 
Eine polygonale Zeichnung, ein Mandala. Die Zahlen des Polygons werden für jeden individuell, über den Nahmen gependelt und dann in Form einer polygonalen Zeichnung auf eine Bambusplatte gefräßt. 
Das warme, schlichte Material und die harmonischen Linien des Mandalas sind für mich beim stillen Betrachten eine große Hilfe, sehr schnell zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit zu kommen.
Wenn ihr interessiert seid, findet ihr ausführliche Erläuterungen hierzu unter:


Unter dem dort aufgeführten Blog findet ihr unter November 2014 sehr schöne Fotos zu oben beschriebenen Platten.

Samstag, 27. Dezember 2014

Alles Gute zu den Feiertagen und den 12 Raunächten


Eine alte Freundin schenkte mir vor Jahren ein selbst gebasteltes Buch zu Weihnachten. Sie hat darin alte Bräuche aus Bayern und Österreich zu "den Zwölfen" gesammelt und aufgeschrieben. Es sind die Nächte zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar. In manchen Gegenden werden die Rauhnächte schon ab dem 21. Dezember, dem Tag der Wintersonnwend gefeiert.
Die dunkelsten Tage des Jahres werden auch heute noch von magischen Gebräuchen umrankt bewusst oder unbewusst. Denken wir nur an all die vielen Lichterketten, Weihnachtsbäume, all die leuchtenden Sterne, Rentiere, Weihnachtsmänner die Häuser und Gärten schmücken.  Die Wiedergeburt des Lichtes, der Fortgang des Lebens, das sich Abgrenzen von dunklen Mächten war und ist ein Grundbedürfnis der Menschen hier in Europa und Nordamerika in dieser besonderen Zeit.

  • 25. Dezember, Christtag
Im Chiemgau bemühten sich die Menschen möglichst drei Messopfern beizuwohnen. Dem Kirchenbesuch folgte ein festliches Mahl mit Schweinsbraten. Ärmere Familien, die selbst kein Schwein schlachten konnten, taten sich zusammen und schlachteten zum gemeinsamen Verzehr eine Kuh.
  • 26. Dezember, Stephans-Tag
Dieser Tag, dem Hl. Stephanus geweiht, galt einst als großer Pferde-Tag mit Pferde-Umritten und Pferde-Weihen, Erinnerung an die Schimmelopfer zur germanischen Julzeit.
  • 27. Dezember, Johann der Evangelist
Früher reichte der Priester am Johannistag am Ende des Gottesdienstes den Kirchenbesuchern einen Kelch mit Wein, dem Johannistrunk. So wie der Giftbecher dem hl. Johannes keinen Schaden brachte, so soll der Johannistrunk, jedem der ihn zu sich nahm, das Jahr über vor schädlichen Einflüssen, bösem Zauber und Blitzschlag schützen.
  • 28.Dezember, Tag der unschuldigen Kinder
Im Bayrischen suchten an diesem Tag die Dorfburschen mit einem Zweig, möglichst von einem immer grünen Baum, allen jungen, weiblichen Wesen, denen sie begegneten, an die Beine zu schlagen. Dies nannte man das "Kindeln". Es ging dabei um einen alten, germanischen Fruchtbarkeitszauber. Man glaubte, die dem Zweig inne wohnende, treibende Kraft auf die Person zu übertragen, die man damit berührte.

  • 29. Dezember, fünfte Rauhnacht, die Nacht der wilden Jagd
Nach alt-germanischem Glauben stürmt in dieser Nacht am Himmel die wilde Jagd durch die Nacht. Angeführt von Wotan, der einen Schimmel reitet, folgt ihm das Heer der Toten, gefolgt von den Unholden und Nachtalben. Wer das "wuide Gjagd" über sich hinwegbrausen fühlt, muss sich auf den Boden werfen, das Gesicht der Erde zugekehrt, die Arme kreuzweise hinter dem Kopf verschränken und die Beine kreuz-artig übereinander schlagen - so kann er/sie sich retten (wovor auch immer).

  • 30. Dezember, sechste Rauhnacht, die Percht geht um
Haus und Hof müssen jetzt aufgeräumt sein. Es dürfen keine Gerätschaften im Freien herumstehen, alles muss unter Dach und Fach sein. Frau Percht, oft als Wotans Frau gedeutet, schaut nach liederlichen Frauen und unguten Kindern. Frauen dürfen an diesem Tag das Haus nicht verlassen. Noch um 1900 hätte ein Mädchen an diesem Tag seinen Liebsten, der zum "Kammerfensterln" kam, das Fenster nicht geöffnet.
  • 31. Dezember, Silvester
Um 1900 war es zwischen Salzach und Inn noch Brauch in der Silvesternacht Brot und Salz für das junge Jahr auf den Tisch zu legen. Oft lag neben dem Brot auch ein Messer, als Aufforderung an die guten Hausgeister zu essen, sich wohl zu fühlen und zu bleiben. Außerdem wurde die Haustüre in dieser Nacht dem alten Jahr zum Fortgehen weit geöffnet.
  • 1. Januar, Neujahr
Im Chiemgau ging es beim Neujahrswünschen darum, dem anderen das neue Jahr abzugewinnen. Es kam bei einer Begegnung darauf an, als erster zu sprechen, dann hatte man das neue Jahr gewonnen. Es gab auch das "Krageln", eine etwas heftiger und fragwürdiger Glückwunsch-Brauch. Der "Glücksbringer" schlicht sich von hinten an, umschloss mit beiden Händen den Hals des Anderen und drückte immer fester zu. "Was gibst mir, wenn ich Dir Glück wünsche?" sagte er dabei...
  • 2. Januar, die neunte Rauhnacht
Jede Tätigkeit, die eine Drehbewegung voraussetzte, war an diesem Tag verboten. Keine Spule, kein Spinnrad durfte sich bewegen, kein Bauer drosch Korn, denn er hätte dabei mit dem Dreschflegel kreisend Schwung holen müssen. Es durfte mit dem Schlitten ausgefahren werden - aber nicht mit dem Wagen.
  • 3. Januar, die zehnte Rauhnacht
Wer sich am heutigen Tag auf einen Tisch setzt, bekommt einen Furunkel.
  • 4. Januar, die elfte Rauhnacht

Mit dem Gebetläuten am Abend musste jede Tätigkeit im Hause ruhen. Kühe durften nicht mehr gemolken werden, da die Milch sonst der Hexe gehört. Kein Kartenspiel durfte angerührt werden. Alles "Unerlöste" war jetzt zur Fahrt auf die Erde losgelassen.

  • 5. Januar, die zwölfte und letzte Rauhnacht
Nur Weihrauchduft oder das Andreaskreuz an der Haustüre konnte in dieser Nacht die bösen Geister, die Hexen, die Unholde abhalten.

In der alte Zeit ruhte in den "Wihe-Nächten", wie die Rauhnächte auch genannt wurden, jede Fehde und es durfte nicht Gericht gehalten werden. Wer an die Tür klopfte, dem wurde geöffnet, denn in diesen Tagen weilten die Himmlischen unter den Irdischen

In allen zwölf Rauhnächten wurde kein Brot gebacken, denn es hätte nicht gesättigt. Niemand wusch in diesen Tagen Wäsche, noch wurde Wäsche über den Zaun gehängt - sonst kam die Percht und holte im kommenden Jahr  jemanden aus der Familie ins Seelenreich.
Diese zwölf Nächte erfüllte die Menschen der alten Zeit mit Angst und zugleich mit Hoffnung: Die Fluren über die das Geisterheer, die wilde Jagd hinweg fuhr, wird im neuen Jahr reiche Ernte bringen...

Und hier meine Lieblingsgeschichte aus keltischer Zeit:
Drei Tage vor der Wintersonnwend, also am 18., 19. und 20 Dezember, fasteten alle Menschen, so geht jedenfalls die Sage. Sie wollten sich leicht machen, damit sich die Erde wieder der Sonne zuwenden kann.
Am 21. Dezember versammelten sie sich vor einer Höhle, von der bekannt war, dass am Mittag die Sonne ihre schwachen Strahlen auf den Höhleneingang fallen lässt. Zu diesem Zeitpunkt tritt eine junge Frau aus der Höhle mit einem Säugling auf dem Arm, dem Urbild für junges Leben.

Und wusstet ihr, dass jetzt in dieser dunklen Zeit, die wilden Früchte des Waldes, wie Eicheln, Haselnüsse, Bucheckern zu keimen beginnen - junges Leben zu pulsen beginnt?

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Jahresabschluss mit Zeit für Waldspaziergänge, Zeit für Seele und Gedanken baumeln lassen, Zeit um Neues und Junges ins eigene Leben einzuladen.

Montag, 1. Dezember 2014

Am Fenster


Herbstgarten – die Blätter des Haselstrauches liegen wie Golddukaten im noch grünen Gras, darunter verborgen viele, viele Haselnüsse. „Unser“ Buntspecht weiß das, besucht uns regelmäßig in den kurzen Herbst- und Wintertagen, um seinen Speiseplan damit zu füllen. Am nahe stehenden Birnbaum hat er im Stamm ein praktisches Astloch gefunden, musste sich nicht selbst bemühen. Hier wird die Nuss eingeklemmt, mit gezielten Schnabelhieben, Geräusche wie ein Schlagbohrer, geknackt. So geht dies Tagein, Tagaus und langsam wächst das Nussschalenhäufchen unterm Baum zu einem kleinen Berg.
Auch heute nutze ich die Zeit zwischen zwei Patienten, stehe am Fenster, beobachte Rotkäppchen, wie ich unseren Specht getauft habe. 
Und da kommt sie. Ein großer schwarzer Schatten, fliegt zielsicher das Fußende des Birnbaumes an, plustert sich zur vollen Größe auf – die Elster. Rotkäppchen fliegt erschrocken in die Baumkrone und von dort aus in den großen Haselstrauch, verbirgt sich unter den letzten, noch dünn belaubten Zweigen.
Elster klettert den Birnbaumstamm hoch – wusste gar nicht, dass Elstern dies können - zielsicher zum Nussknackerloch, stibitzt sich die geknackte Nuss, und verschwindet in Nachbars Garten. Ein kurzes heißeres Keckern: „Und wann knackst Du die nächste Nuss?“ und das kurze Herbst-Schauspiel ist vorbei.

Es läutet – ich öffne dem nächsten Patienten die Türe….

Samstag, 8. November 2014

Randnotiz: High-end

Jenseits moralischer Wertung kann man den Begriff „Ehrlichkeit“ auch nur im Sinne von „zutreffend“ oder „den Tatsachen entsprechend“ begreifen. Es gibt Situationen, ein Wort, ein Bild da habe ich das Gefühl, dass sich der Schleier der Illusion hebt. Ein Augenblick, in dem jedes Wort der Erklärung eines zu viel wäre: Schein und Sein sind eins. Das verstehe ich unter Ehrlichkeit, auch und gerade dann wenn es absurd scheint.
Aus unserem Urlaub gibt es einen Post in diesem Blog, der von unseren Eindrücken auf dem monumentalen Friedhof der Certosa in Bologna handelt. Es ging um ein Begräbnis, dem seltsam profanen Ablauf einer Bestattung in einer pompösen Marmorgruft einerseits. Andererseits um die ergreifende und wortlose Trauer eines auffällig gekleideten Mannes an einem ärmlichen Kindergrab. Es gibt die Redensart, dass der Tod ehrlich macht und hier hatte ich dieses Gefühl: Ja, genau so ist es.


Wir leben in Bayern und hier gibt es einige Flecken, die sehen tatsächlich so aus wie Kitschpostkarten oder eine jener idealen Landschaften, die bei Malern der Romantik so beliebt waren. Die Begräbnisse, die ich in Bayern erlebt habe, hatten allesamt etwas Barockes an sich. Einmal, im Oberland, die Garmischer Berge am Horizont eines königsblauen Januartages, wähnte ich mich Komparse in einem Heimatfilm – Böllerschüsse mit fernem Echo inklusive. Aber es gab keine Kameras und der Tote war wirklich tot. Ein anderes Mal fand ich mich in einer Kirche wieder, deren äußere Schlichtheit nicht den mit Malerei und Goldstuck aufwendig dekorierten Innenraum verriet. Der huldvolle Nachruf des Priesters auf den Verstorbenen lies mich zweifeln, ob ich auf der richtigen Beerdigung war. Ich hatte mit den Verstorbenen viele Jahre zu tun und nichts von dem, was ich an ihm schätzte, war in der Rede vorgekommen. Unter all dem Goldstuck hatte ich ihn nicht wieder erkannt.


Apropos Goldstuck: Eine der prächtigsten Barockkirchen in unserer Gegend ist die des Kosters Andechs. An einem dieser sonnigen Herbsttage gingen wir mit einer alten Freundin in der Gegend spazieren. Es stellte sich heraus, dass die weitgereiste Frau schon so ziemlich überall war, nur nicht in Andechs. Also nichts wie hin und rein – aber halt: nach dem Spaziergang erst in die Schwemme und der Dehydrierung abhelfen. Dort treffen wir eine andere alte Freundin. Die erzählt von ihrem Lieblingsort in der Kirche, den wir nicht kannten: die Marienkapelle an der Klosterpforte. Hier einer der prächtigsten Kirchenräume des Barocks, da eine rußgeschwärzte Kapelle voller Opferkerzen. Und da war er wieder, dieser Effekt: hier Fassade, da Ehrlichkeit.



Und dann gab es auch noch diese absurde Note: In einer weiteren, schlichten Seitenkappelle des barocken Kirchenraumes ist das schlichte Grab von Carl Orff. Die Grabinschrift lautet: Summus finis. Sollte der Latein-Leistungskurs schon eine Weile her sein, hilft Google mit dieser Übersetzung: „high-end“
 (dc)

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Seminare, Seminare, Seminare...

Wow, es ist ein ganzer Monat vergangen seit meines letzen Blogeintrag.
Christina, wohin bist du abgetaucht? Schon wieder Urlaub? Angesteckt bei der traditionellen Erkältungswelle im Großraum München in der Nach-Wiesn-Zeit? Verlockende Bergtouren in der goldenen Oktobersonne unter Föhn-blauem Himmel?
Nichts von allem - es war der Monat der Seminare  hier in meiner Türkenfelder Praxis:
Die Psychosomatische Umstimmungstherapie - Teil 2; der neu renovierte Frauensalon; die 14 Nothelfer der komplimentären Sterbe-und Trauerbegleitung und ein Wochenende frei für Geburtstag feiern.
Es waren schöne Tage mit Euch teilnehmenden Frauen, so viel interessanter Wissensaustausch, so viele Anregungen und kreative Ideen.
Bei der "Seminarnachlese" schmunzle ich auch dieses Mal wieder. Denn ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Hauptgrund der Seminarteilnahme in der Mozartstraße Türkenfeld die Seminarthemen sind, oder Donatos gute Verpflegung.
Jedenfalls schreibe ich hier die meist gewünschten Rezepte auf, Nachahmung sehr empfehlenswert und total einfach:
1. Die mega-aromatische Pfeffermischung, die jedes herzhafte Gericht leichter verdauen lässt:
Mische zu ungefähr gleichen Teilen folgende 5 Pfeffersorten:
  • Schwarzer Pfeffer 
  • grüner Pfeffer
  •  Kubebenpfeffer
  • Langpfeffer
  • Piment

Kaufe diese Pfeffersorten als ganze Körner und mahle sie in einer elektrischen Kaffeemühle, die Du nur zum Gewürzemahlen verwendest. Gebe diese Pfeffermischung in ein gut schließendes Schraubglas. Verwende sie zügig, denn je frischer gemahlen, desto intensiver das Aroma.

2. Spinatcurry mit Schafkäse (Menge reicht für 3-4 Personen):

  • 1 Essl. Ghee (ayurvedisches Butterfett) in einem Topf zum Schmelzen bringen und darinnen folgende Gewürze kurz anrösten:
  • 1/2 Teel. Curcuma (Gelbwurz)
  • 1/4 Teel. Asa foetida (erhälst Du in Asienläden oder in sehr reiner Form bei der Bahnhofapotheke Kempten - bestes Darmheilmittel)
  • 1 Essl. frischer, fein gehackter Ingwer
  • 1/4 Teel. Muskatnuß gemahlen
  • 1/2 Teel. Pfeffermischung siehe oben
  • 1/2 Teel Kreuzkümmel
  • Salz nach Geschmack

Eine Packung tiefgekühlter Blattspinat wird, am besten gut angetaut, in das heiße Fett gegeben, Deckel zu und bei kleinster Flamme den Spinat ganz auftauen und mit den Gewürzen vermischen. Meist ist die Zugabe von zusätzliches Wasser nicht erforderlich.
Kurz vor Ende der Garzeit (ca 10 Minuten) in Würfel geschnittenen Schaf-Frischkäse (Manouri schmeckt mir persönlich am besten) auf den Spinat legen und mit anwärmen. Fertig!

3. Schnelles Tomatencurry ((Menge reicht für 3 Personen)
Eine große Dose ganze Bio-Tomaten (diese sind einfach am aromatischsten) öffnen, die ganzen Tomaten vierteln und in einem Sieb ca 1 Stunde abtropfen lassen (Saft eignet sich sehr gut für Tomatensuppe oder zum Angießen eines Tomatenrisottos).
In einen Topf gibst Du:

  • 1 Essl. Ghee und folgende Gewürze:
  • 1/2 Teel. Curcuma
  • 1/4 Teel. Asa foetida,
  • 1/2 Teel. gemahlenen Ingwer
  • 1/2 Teel. Galgant
  • 1/2 Teel. "Mega-Pfeffermischung"
  • Salz nach Geschmack

Gewürze kurz im heißen Fett anrösten und sofort die abgetropften Tomaten unterrühren. 10 Minuten köcheln lassen. In der Zwischenzeit einen Bund frischen Koriander waschen und die Blättchen von den Stielen zupfen. Kurz vor Ende der Garzeit über die Tomaten streuen und vor dem Servieren unterrühren.

Wenn Du dazu weißen Basmatireis reichst, dann feiern Deine Augen Globalisierung: Italy meets India!

Leider was das Essen während des Seminarmittags so schnell "verdampft", dass es zu keinem Foto kam. So sende ich Euch heute einen letzten Rosengruß aus unserem Garten und verabschiede mich in diesen für heute. Er will zur Winterruhe gebettet werden.



Dienstag, 30. September 2014

Der Alltag hat mich wieder

Was beruhigend ist: nach einem wunderschönen Urlaub kam keine Langeweile auf, als ich wieder eintauchte in den Alltag.


Vergangene Woche waren Donato und ich zur letzten Soluna-Vortragsreise für 2014 in Kempten-Überlingen-Freiburg unterwegs. Ein schöner und intensiver Abschluss. Goldene Herbsttage waren ein Genuss für alle Sinne.

Ganz besonders möchte ich allen, die Freiburg noch nicht kennen, empfehlen, diese grüne Stadt zu besuchen. Es ist ein besonderes Erlebnis durch eine Innenstadt zu laufen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Wenig Autos, dafür Radfahrer in der Menge. Zunächst Irritation meinerseits, Gefühl immer diesen flitzenden Zweirädrigen ausweichen zu müssen, dann jedoch feststellen dürfen, dass es ein gut eingespieltes Nebeneinander zwischen Fußgängern, Kinderwagen-Schiebende, Rollstuhlfahrern und eben diesen flinken Drahtesel-Treibern gibt. Am Rande zur Innenstadt gibt es auch richtige Parkhäuser für Fahrräder und Fahrrad-Verleihstationen. Die hier im Bild trägt eine runde Scheibe auf dem Dach. Eine riesige Antenne? Für den Kontakt zu den grünen Männchen vom Mars? Nein, Sonnenkollektoren um die E-Bikes zu laden!


Der Samstag-Markt am Dom, hier werden ausschließlich Produkte aus der Region verkauft - war ein Genuss für alle Sinne. Die freundliche Dame an der Rezeption erklärte uns den Weg zum Markt am Münster und sprach mit verklärtem Blick von ihrer persönlichen Hauptattraktion: Käsekuchen! Von Stefan! Der verkauft im Schatten des Münsters - des Stefan-Münsters wohlgemerkt - den weltbesten Käsekuchen. Sagte sie.

Ein kleines gelbes Zelt am Rande des Marktes, auf dem Dach steht deutlich der Name, davor eine Warteschlange - alle wollen den Weltbesten! Die Kuchen werden in verschiedenen Größen, mit Kirschen, mit Mohn oder pur, gut verpackt - sie können ohne weiteres auf die Reise mitgenommen werden - in Windeseile und dennoch freundlich verkauft.

Und was soll ich sagen - das Frühstück am darauf folgenden Sonntag morgen, Cappuccino und weltbester Käsekuchen,  war ein Highlight. Dann raus in die Natur und  alle Anstrengungen der Vortragsreise sind vergessen.